Die Gemeinde St. Gottfried wird von Salvatorianer-Patres geleitet.

Die Kommunität der Salvatorianer lädt die Gemeinde regelmäßig montags um 18 Uhr ein zur gemeinsamen Feier der Vesper und der Eucharistie in der Kapelle des Salvatorkollegs, ihres Ordenshauses in Münster.

 

 

Die architektonische Entwurfsidee der 1990/1991 im Zusammenhang mit der Erweiterung des Salvatorkollegs gebauten Kapelle stammt von dem Mitglied der Gemeinde, dem früheren Dombaumeister des Bistums Münster, Architekt Bernhard Dirksmeier.

Die Gesamtplanung und Ausführung oblag dem Architekten Peter Wörmann.

In dem 2007 von den Salvatorianern herausgegebenen Heft „Die Kapelle der Salvatorianer in Münster“ schreibt Bernhard Dirksmeier:

„Als neue Mitte, als Bindeglied zwischen dem Alt- und Neubauteil des Klosters sollte die Kapelle entstehen. Die Grundform im Grundriss weicht von der Winkelstellung der angrenzenden Bauteile ab und wird so zu einer eigenständigen Form, sie ist das Identifikationsmerkmal für die neue geistige Mitte der Gesamtlage.

In die Kreisform im Grundriss ist im Fußboden diagonal zur Winkelstellung der angrenzenden Bauteile ein Bronzeband eingelassen. Auf dieser Linie im Fußboden stehen der Altar und der Aufbewahrungsort des Brotes und des Wortes. Die Linie im Boden wird weitergeführt über die Eingangshalle des Klosters bis in den Außenraum. Ein senkrechtes Fenster in der Eingangshalle macht die Bodenlinie auch außen sichtbar. Am Endpunkt dieser Linie steht auf dem Vorplatz auf einer Stele eine Madonna mit Kind. Die Blickrichtung ist der Öffentlichkeit zugewandt, ein Hinweis auf den Zusammenhang zwischen Innen- und Außenwirkung des klösterlichen Tuns.
Geplant ist auch, diese Bodenlinie in die Architektur des klösterlichen Gartens weiterzuführen. In der Mitte soll hier dann eine Plastik des Ordensgründers Pater Jordan aufgestellt werden. Damit hat auch der Klostergarten sein Zeichen für die Unverwechselbarkeit des Ganzen. Die beiden Pole am Anfang und Ende der Bodenlinie, die Säule mit der Madonna und die Plastik des Ordensgründers im Garten durchdringen mit der Diagonalen inhaltlich bildhaft wie auch geometrisch die gesamte Anlage. Sichtbar kann dabei auch werden „dass das Christentum immer eine Religion der Wandlung aus bestehenden Verhältnissen ist“ (Kardinal König).“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bernhard Dirksmeier:
„Die Kapelle hat im Bereich der liturgischen Objekte eine räumliche Überhöhung, sie ist eine gebaute Lichtsäule von 5,5 m Durchmesser, die über das Dach hinausragt und von außen sichtbar wird. Diese Lichtsäule lässt natürliches Licht von oben in den Altarraum fallen. „Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis.“ (1 Joh. 1,4). Mit dem Ruf des Schöpfers „Es werde Licht“ ordnet er das Chaos.“

 

Bernhard Dirksmeier entwarf auch die Fenster und malte selbst die Motive mit Schwarzlot auf mundgeblasene echte Antikgläser. Die Bleiverglasung führte die Firma B. Junglas aus.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bernhard Dirksmeier:
„In den Fenstern ist nur eine verhältnismäßig kleine Zahl christlicher Symbole zu sehen. Im Mittelalter war diese Art der Bildersprache vor allem für die Gläubigen gedacht, die nicht schreiben und lesen konnten, sie war Hilfsmittel für die Vermittlung des Glaubens. Heute, in der Zeit der Bilderflut können solche Symbolbilder wieder Bedeutung bekommen. Das Licht bringt sie durch die bleiverglasten Fenster in die Kapelle, so kommt mit ihnen der Geist –„salvatorianische Spiritualität“ (Pater Karl Hoffmann) – in den Gebetsraum.“

 

 

 

 

 

Bernhard Dirksmeier:
„Oberhalb der Orgel sieht man eine runde Scheibenform, die – dem Siegel der Salvatorianer entsprechend – Christus als Salvator (Heiland) darstellt.
Die Rundscheibe bildet den Abschluss der Kapelle und bestimmt mit dem Signum die Nutzung der Kapelle für die Klosterbewohner.
Pater Jordan sagt: „Im Gebet sollen sie das Feuer holen und es auf Erden vermehren“.“