Weltgebetstag – 5. März 2021 – Vanuatu

 

Ein Gebet wandert über 24 Stunden lang um den Erdball – so die Idee des Weltgebetstags – 
und verbindet Frauen in mehr als 150 Ländern der Welt miteinander!
Über Konfessions- und Ländergrenzen hinweg engagieren sich christliche Frauen in der Bewegung des Weltgebetstags. Gemeinsam beten und handeln sie dafür, dass Frauen und Mädchen überall auf der Welt in Frieden, Gerechtigkeit und Würde leben können. So wurde der Weltgebetstag in den letzten 130 Jahren zur größten Basisbewegung christlicher Frauen.

 

Auch die Frauen unserer Gemeinde und der evangelischen Nachbargemeinde der Gnadenkirche beteiligen sich regelmäßig an dem ökumenischen Weltgebetstag. Nachdem im letzten Jahr die kfd  in die Gottfriedkirche eingeladen hatte, luden turnusgemäß in diesem Jahr die Frauen der Nachbargemeinde  herzlich ein 

zum Besuch der Gnadenkirche
am Freitag, den 5. März 2021, zwischen 14:30 und 17:30 Uhr

 

 

Corona-bedingt konnte in diesem Jahr nicht der schon von Frauen des pazifischen Inselstaates Vanuatu vorbereitete Gottesdienst gefeiert werden.

So gab es einen ökumenischen Weltgebetstag der anderen Art

Auf einem vorbereiteten Rundgang konnten die Teilnehmer*innen viel über den pazifischen Inselstaat Vanuatu erfahren. An unterschiedlichen Stationen gab es die Möglichkeit, aktiv die Sonnen- und Schattenseiten dieses Landes zu erkunden. Wer sich von den vielen Eindrücken erholen wollte, konnte vor der Gebetskerze verweilen.
Für die, die – aufgrund der besonderen Situation – nicht zur Kirche kommen mochten, kam der WGT nach Hause! Ihnen wurde auf Wunsch  eine Tasche gebracht, in der sich unterschiedliche Materialien zum WGT befanden.
Zum Abschluss des WGT konnten sich alle um 19 Uhr zu einem gemeinsamen Gebet verbinden. Jede oder jeder bei sich in den eigenen vier Wänden.
Es war auf jedem Fall richtig spannend!
Das Vorbereitungsteam der Gnadenkirche freute sich über jeden Besuch!

 

Die Gottesdienst-Kollekten unserer Pfarrei am 6. und 7. März waren zur Unterstützung der WGT-Projekte bestimmt.

 

 

Worauf bauen wir?
2021 kam der Weltgebetstag von Frauen des pazifischen Inselstaats Vanuatu.
Felsenfester Grund für alles Handeln sollten Jesu Worte sein. Dazu wollten die Frauen aus Vanuatu in ihrem Gottesdienst zum Weltgebetstag 2021 ermutigen.
„Worauf bauen wir?“, war das Motto des Weltgebetstags aus Vanuatu, in dessen Mittelpunkt der Bibeltext aus Matthäus 7, 24 bis 27 stand.
Denn nur das Haus, das auf festem Grund stehe, würden Stürme nicht einreißen, heißt es in der Bibelstelle bei Matthäus. Dabei gilt es Hören und Handeln in Einklang zu bringen: „Wo wir Gottes Wort hören und danach handeln, wird das Reich Gottes Wirklichkeit. Wo wir uns daran orientieren, haben wir ein festes Fundament – wie der kluge Mensch im biblischen Text. Unser Handeln ist entscheidend“, sagen die Frauen in ihrem Gottesdienst.

Ein Ansatz, der in Vanuatu in Bezug auf den Klimawandel bereits verfolgt wird. Denn die 83 Inseln im pazifischen Ozean sind vom Klimawandel betroffen, wie kein anderes Land, und das, obwohl es keine Industrienation ist und auch sonst kaum CO2 ausstößt. Die steigenden Wassertemperaturen gefährden Fische und Korallen. Durch deren Absterben treffen die Wellen mit voller Wucht auf die Inseln und tragen sie Stück für Stück ab. Steigende Temperaturen und veränderte Regenmuster lassen Früchte nicht mehr so wachsen wie früher. Zudem steigt nicht nur der Meeresspiegel, sondern auch die tropischen Wirbelstürme werden stärker. So zerstörte zum Beispiel 2015 der Zyklon Pam einen Großteil der Inseln, 24 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Wirbelsturm. Um dem entgegenzuwirken, gilt seit zwei Jahren in Vanuatu ein rigoroses Plastikverbot. Die Nutzung von Einwegplastiktüten, Trinkhalmen und Styropor ist verboten. Wer dagegen verstößt muss mit einer Strafe von bis zu 900 Dollar rechnen.

Keine Frau im Parlament
Doch nicht alles in dem Land ist so vorbildlich. So sitzt im vanuatuischen Parlament keine einzige Frau, obwohl sich 15 im Jahr 2020 zur Wahl stellten. Frauen sollen sich „lediglich“ um das Essen, die Kinder und die Pflege der Seniorinnen und Senioren kümmern. Auf sogenannten Mammas-Märkten verkaufen viele Frauen das, was sie erwirtschaften können: Gemüse, Obst, gekochtes Essen und einfache Näharbeiten. So tragen sie einen Großteil zum Familieneinkommen bei. Die Entscheidungen treffen die Männer, denen sich Frauen traditionell unterordnen müssen. Machen Frauen das nicht, drohen ihnen auch Schläge. Das belegt die einzige Studie über Gewalt gegen Frauen in Vanuatu, die 2011 durchgeführt wurde: 60 Prozent der befragten 2.300 Frauen gaben demnach an, dass ihr Mann schon einmal gewalttätig geworden sei.

Mit seiner Projektarbeit unterstützt der Weltgebetstag Frauen und Mädchen weltweit: Zum Beispiel im pazifischen Raum, auch auf Vanuatu. Dort lernen Frauen sich über Medien eine Stimme zu verschaffen, damit ihre Sichtweisen und Probleme wahrgenommen werden. Oder in Indonesien, wo Frauen neben ökologischem Landbau lernen, welche Rechte sie haben und wie sie um deren Einhaltung kämpfen.

Auch hier in Deutschland will der Weltgebetstag in diesem Jahr für das Klima tätig werden. Deshalb sind bienenfreundliche Samen im Sortiment, die dazu beitragen sollen, Lebensraum für Bienen zu schaffen und die Artenvielfalt zu erhalten (https://www.eine-welt-shop.de/weltgebetstag/).


Der Weltgebetstag


Über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg engagieren sich Frauen seit über 100 Jahren für den Weltgebetstag und machen sich stark für die Rechte von Frauen und Mädchen in Kirche und Gesellschaft. Alleine in Deutschland besuchen rund um den 5. März 2021 hunderttausende Menschen die Gottesdienste und Veranstaltungen. Mehr Informationen: www.weltgebetstag.de

 

Quellen:  Website des Vereins „Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee e. V.“ : https://weltgebetstag.de/idee/