Die Zukunft unserer Gottesdienste – Diskussion um neue Formen und Zeiten – Vorabbeschluss: Die Sonntagsgottesdienstzeiten in St. Gottfried und in St. Maximilian Kolbe werden ab 11. Oktober getauscht

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Das Pastoralteam entwickelte einen Vorschlag für die Zukunft unserer Gottesdienste in der neuen Pfarrei, der den Pfarreiräten und Gremien zur Diskussion vorgelegt wurde.

 

 

 

Das Gesamtmodell wurde den Gemeindemitgliedern bereits in der aus Anlass der Fusion herausgegebenen Broschüre vorgestellt mit der Einladung, sich an der Diskussion darüber zu beteiligen.  

 

 

 

Bei der Sitzung des Pfarreirates am 17. August 2020 wurde über die Änderung der Gottesdienstzeiten diskutiert. Dabei wurde festgestellt, dass die in Betracht gezogene Änderung der Gottesdienstordnung aufgrund der zurzeit geltenden Corona-Schutzregeln zumindest auf nächstes Jahr zu verschieben ist. So bleibt jetzt Zeit und Muße, über den Vorschlag  des Pastoralteams zu diskutieren.

 

Eine Ausnahme bildet u.a. der vorzeitige Tausch der Gottesdienstzeiten in der Gottfriedkirche und im Maxmilian-Kolbe-Haus. Der Vorschlag, künftig den Sonntagsgottesdienst in der Gottfriedkirche von 9:30 auf 11:00 Uhr und den im Maximilian-Kolbe-Haus von 11:00 auf 9:30 Uhr zu verlegen, wurde in den Gottesdiensten am 22. und 23. August in beiden Kirchen ausdrücklich thematisiert – –> s. auch Schreiben Pfarrer Raus vom 18.8.2020. Dazu hatten die Gottesdienstbesucher*innen Gelegenheit, ihre Vorstellungen und Wünsche darzulegen. Mitglieder des Pfarreirates standen nach den Gottesdiensten am 22./23. August, am 29./30. August und am 5./6. September zur Diskussion bereit. Dabei haben sich viele Gemeindemitglieder für die Änderung, viele aber auch dagegen ausgesprochen.

Bei der Sitzung des Pfarreirates am 8. September 2020 fasste der Pfarreirat den Beschluss, dem Vorschlag des Pastoralteams zu folgen und ab 27. September 2020 den Sonntagsgottesdienst in der Gottfriedkirche von 9:30 auf 11:00 Uhr und den im Maximilian-Kolbe-Haus von 11:00 auf 9:30 Uhr zu verlegen. Dies im Wesentlichen deshalb, weil die Pfarrei künftig wieder regelmäßig junge Familien zu Familiengottesdiensten in  der Gottfriedkirche einladen und ihnen mit der späteren Uhrzeit entgegenkommen möchte.
Der Pfarreirat will nach ca. einem Jahr überprüfen, ob sich die  Änderung sich bewährt hat.

Mit Blick auf die Erstkommunionfeiern in der Gottfriedkirche wird die Neurregelung auf den 11. Oktober verschoben. Für die Gemeindegottesdienste am 27. September und 4. Oktober gilt noch die alte Gottesdienstordnung: 9:30 Uhr in der Gottfriedkirche  und 11 Uhr im Maximilian-Kolbe-Haus.
(Die Erstkommunionfeier vom 4. Oktober findet um 11 Uhr  im Anschluss an den 9:30-Uhr-Gemeindegottesdienst statt)

 

Ausführliche Hintergrundinformationen zum Vorschlag des Patoralteams sind dem folgenden Thesenpapier für die Pfarreiräte entnehmen:

 

Gottesdienst-Zukunft in der Pfarrei St. Joseph Münster-Süd
(Antonius-Krypta, St. Joseph, Heilig Geist, St. Gottfried, Maximilian-Kolbe-Haus)
Überlegungen und Vorschläge für die Pfarreiräte zum 11. Juni 2020

In Vorbereitung der Fusion am 11.06.2020 haben die Pfarreiräte St. Joseph Münster-Süd und St. Gottfried zu zwei offenen Gemeindetreffen eingeladen, bei denen AGs zu bestimmten Themen gebildet wurden. Dazu gehörte auch eine AG zum Thema „Zukunft unserer Gottesdienste“.
Ein Treffen dieser AG fand am 23.01.2020 statt, dabei wurden von den Mitgliedern der verschiedenen Gemeinden und Kirchorte Erfahrungen und Erwartungen für die Zukunft ausgetauscht. Wegen der dann einbrechenden Corona-Krise musste ein zweites geplantes Treffen abgesagt werden.
Da aber am 11. Juni die Fusion wie geplant stattfinden wird und die Salvatorianer Ende Juni Münster verlassen, haben wir im Pastoralteam unter Würdigung der AG-Ergebnisse versucht, einen Vorschlag für die Zukunft unserer Gottesdienste in der neuen Pfarrei zu entwickeln, den wir hiermit den Pfarreiräten und Gremien zur Diskussion vorlegen.

1. Dabei ist uns Folgendes wichtig:
1.1. Gottesdiensterwartungen und (gute) -gewohnheiten sind für viele Gläubige der spürbarste Ausdruck ihres Glaubenslebens. Änderungen von Gottesdienstorten oder -zeiten greifen tief in das Innenleben von Menschen ein und sind daher mit Achtung und Sensibilität zu bedenken, zu begründen, ggf. zu erproben – und dann mit Geduld verlässlich durchzu- tragen. Dabei gehört es zu unseren Pastoralplänen, immer wieder zu überprüfen, ob Orte, Zeiten und konkrete Gestalt unserer Feiern der Lebenswirklichkeit der heutigen Menschen entsprechen und ihrem geistlichen Leben dienen. Zu bedenken ist dabei die hohe Bedeutung von (Wahl-)Freiheit und Flexibilität in der heutigen Stadtkultur. Dem entspricht die Berechenbarkeit von Zeiten, Orten, Stilen und Gesichtern unserer pastoralen Aktivitäten und gottesdienstlichen Feiern.
1.2. Für Christen ist die Eucharistiefeier, vor allem die am Sonntag, „Quelle und Gipfel“ unseres Glaubenslebens. Daneben gibt es aber eine Vielzahl von traditionellen und immer wieder auch neuen Gottesdienstformen wie Laudes und Vesper, Taizé-Gebete, Andachten, Wallfahrten, Eucharistische Anbetung, Rosenkranz, kirchenmusikalische Andachten, Maiandachten, Meditationen, Segnungsfeiern und viele andere.
Wir möchten Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche, Singles und Familien, Einzelne und Gruppen ausdrücklich ermutigen, neben dem verlässlichen Grundgerüst von Eucharistiefeiern solche Formen zu pflegen, neu zu erproben und zu entwickeln!
1.3. Jede Veränderung kostet einige Teilnehmende, die jetzt da sind. Aber wie viele kommen nicht, weil sie nicht das finden, was sie suchen? Zu bedenken ist daher auch, wie wir die neu gewinnen können, die z.Zt. nicht kommen. Das braucht Freiräume und -zeiten zum Denken und Experimentieren, ggf. auch durch das Weglassen von lieben Gewohnheiten und manchmal auch das Enttäuschen von Treuen.
1.4. Beim Gesamtplan der Gottesdienste unserer Pfarrei ist zu bedenken

      • das Gesamt der Gottesdienste in dieser Kirche, an allen Gottesdienstorten (Kirchen, Kapellen, Kitas, Schulen, Krankenhäusern, Altenheimen …) in dieser Pfarrei, diesem Stadtviertel, dieser Stadt – es gibt so viele „Lebenssorte des Glaubens“!
      • die realistischen Möglichkeiten der liturgischen Dienste (Vorsteher*innen, Ministrant*innen, Prediger*innen, Lektor*innen, Kantor*innen, Kommunionhelfer*innen …)
      • die Dienstzeiten der angestellten Mitarbeiter wie Organisten und Küster
      • sinnvolle „Synergien“ bei der Vorbereitung und Grenzen der Belastung für die hauptamtlichen Seelsorger*innen: Wie viele (verschiedene!) Gottesdienste in welchem räumlichen und zeitlichen Abstand kann man sinnvoll / authentisch / geistlich fruchtbar leiten oder predigen?

2. Beim hier vorgelegten Gesamtplan haben uns folgende konkreten Überlegungen geleitet:
2.1. Wir leben in Zukunft mit fünf Kirchorten, in diesen sollte die wohnortnahe Mitfeier der Sonntagseucharistie möglich sein. Jeder Mensch hat wohl seine Gottesdienstidealzeit, wir wollen und können aber nicht immer mehr hl. Messen mit immer weniger Gläubigen feiern, hier sind Kompromisse nötig und sinnvoll. Dabei sehen wir auch die Hl. Messen, die am Sonntag in unseren Klöstern, Altenheimen und Krankenhäusern gefeiert werden und die offen sind für Gläubige der Ortsgemeinde.
2.2. Zu jeder dieser Kirchen zählt sich eine hier ansässige „Ortsgemeinde“, das heißt aber nicht, dass wir in jeder Kirche alle Gottesdienstformen und –stile pflegen müssen: hier sind Profilierungen in Gestalt und Stil für alle Gläubigen der Pfarrei sinnvoll und eine große Chance: Klein-/Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Familien, Singles, Frauen, Männer, Senioren … – klassisch, kreativ, traditionell, experimentell …
2.3. Bestimmte Zeiten sind für Menschen in bestimmten Lebenssituationen günstiger oder schwieriger. Eine Familienmesse sonntags um 8.30 Uhr ist unrealistisch, ein Sechswochenamt am Sonntagabend ebenso. So scheint es uns z.B. sinnvoll, für die oft weit verstreut lebenden Familien für Sechswochen- und Jahresämter eine Vorabendmesse in einer der größeren Gottesdiensträume zu feiern. Da sie künftig im Mittelpunkt der Pfarrei liegt, schlagen wir dafür die Heilig-Geist-Kirche vor.
2.4. Während sich am Sonntag ursprünglich die ganze Gemeinde in einer Eucharistie zum Herrenmahl versammelt, tun das an den Werktagen seit ältester Zeit bestimmte Gruppen von Gläubigen: so sind die Werktage auch heute der besonders sinnvolle Ort für Gruppen- und Sondergottesdienste von Schülern, Senioren, Frauen, Kita-Kindern, Kranken …, dieses Ideal greifen wir auf.

3. Unter Berücksichtigung dieser generellen Aspekte schlagen wir konkret Folgendes vor:
3.1. Die Samstag-Vorabendmesse in St. Gottfried entfällt, da sowohl im unmittelbar benachbarten Hötte-Stift (16.30 Uhr) und ggf. in Zukunft auch im Clemens-Hospital Vorabendmessen gefeiert werden, die für Gemeindemitglieder offen sind.
Die Vorabendmesse um 18.30 Uhr in St. Joseph entfällt. Sie wird nach Heilig Geist verlegt, womit die Angehörigen bei Sechswochen- und Jahresämtern eine große Kirche (von allen gleich gut erreichbar in der Mitte der Pfarrei) zur Verfügung haben und die Geist-Ortsgemeinde damit eine Abendmesse am Wochenende feiert.
Die Vorabendmesse um 17.00 Uhr in der Antonius-Krypta bleibt wie bisher erhalten.
3.2. Am Sonntag werden die Gottesdienstzeiten in St. Gottfried und Maximilian-Kolbe vor allem entsprechend den Wünschen vieler junger Familien wieder getauscht: MKH 9.30 und St. Gottfried 11.00 Uhr; denkbar wäre hier auch die Variante 10.00 Uhr und 11.30 Uhr, insofern charmant, dass es diese Zeiten in der Pfarrei ansonsten nicht gibt.
Die 8.30 Uhr-Messe in Heilig-Geist entfällt zugunsten der Vorabendmesse.
Auch in St. Joseph werden künftig zwei Sonntagsmessen gefeiert: die „Stille Messe“ um 9.00 Uhr und das „Hochamt“ der Pfarrei um 11.00 Uhr.
In der Krypta wird wie bisher die Sonntagsmesse um 18.30 Uhr gefeiert, besonders für die Sebastian- und die Queer-Gemeinde, aber natürlich offen für alle Mitfeiernden.

Damit ergäbe sich an Sonntagen folgende Gottesdienstordnung (von Nord nach Süd):

  Antonius Krypta St. Joseph Heilig Geist St. Gottfried MKH 
Samstag 17:00 ––– 18:30 ––– –––
Sonntag 18:30 9:00 + 11:00 10:30 11:00/11:30? 9.30/10:00?

 

3.3. An den Werktagen werden in St. Gottfried die bisher stark vom Salvatorianer-Kloster geprägten Gottesdienste neu geordnet (Zeiten auch anders denkbar!)
Di 15.00 Seniorenmesse im MKH, Mi 15.00 Seniorenmesse in St. Gottfried (Donnerstag 15.00 Uhr Seniorenmesse in St. Joseph), Donnerstag 18.00 Uhr Abendmesse in St. Gottfried, Freitag 8.00 Uhr Schulgottesdienst in St. Gottfried.
Die Werktagsgottesdienste in den anderen Kirchen werden wie bisher gefeiert.
Die Corona-Krise bringt es mit sich, dass wir solche Planungen nun nicht in Gremien organisch entwickeln können. Ich hoffe gleichwohl, dass unsere Ideen die in der AG mitgeteilten Vorstellungen berücksichtigen und die Begründungen zumindest plausibel sind. So wünsche ich uns nun ein lebhaftes Echo und eine sachliche Diskussion.

Stefan Rau

 

Thesenpapier Gottesdienst-Zukunft (PDF-Download)

Broschüre (PDF-Download)