Die Salvatorianer und die Gemeinde St. Gottfried – St. Maximilian Kolbe nahmen Abschied voneinander

 

Die Gemeinde St. Gottfried wurde seit ihren Anfängen im Jahre 1953 von Patres der Societas Divini Salvatores (SDS – Gesellschaft des Göttlichen Heilandes) geleitet. Die Salvatorianer erhielten den Auftrag zur Betreuung der neu zu gründenden Gemeinde von dem damaligen Bischof von Münster, Dr. Michael Keller. Mit dem Entstehen der Großsiedlung Berg Fidel in den Jahren 1968 bis 1976 übernahmen die Salvatorianer auch dort die Seelsorge sowie die Leitung des 1974 für diesen Bezirk eingerichteten Gemeindehauses (Maximilian Kolbe Haus).
Wie bereits im April 2017 in Aussicht gestellt, schließen sie im Jahre 2020 ihre Niederlassung in Münster. 
Zum 11. Juni 2020 gaben sie die Leitung unserer Gemeinde ab. Dies ist zugleich der Tag, an dem St. Gottfried – St. Maximilian Kolbe und St. Joseph Münster-Süd fusionierten. 

 

Nach nunmehr 67 Jahren haben sich die Salvatorianer und die Gemeinde voneinander verabschiedet im Rahmen einer festlichen Eucharistiefeier am 27. Juni 2020.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, leitete den Gottesdienst, Konzelebranten waren  der Provinzial der Salvatorianer, Pater Hubert Veeser, Pater Marek, Pater Hubert, der neue leitende Pfarrer Dr. Stefan Rau und Stadtdechant Jörg Hagemann. An der Feier nahmen auch Salvatorianer*innen teil, die in der Gemeinde aufgewachsen und von hier in den Orden eingetreten sind, wie auch Salvatorianer, die hier als Pfarrer oder Kaplan gewirkt haben. Dabei wurde mit viel Applaus Pater Hubertus Görgens begrüßt.

 

 

 

 

 

 

Bischof Felix betonte, froh und dankbar zu sein, dass Münster solange Anteil haben durfte an der Sendung der Salvatorianer und ihrer Botschaft, dass Jesus Christus der Salvator (Heiland) sei. Unermesslich sei, was die Schwestern und Brüder den Menschen hier geschenkt hätten.

 

Den herzlichen Dank der Gemeinde für die langjährige segensreiche Arbeit der Salvatorianer*innen und die guten Wünsche für ihre Zukunft brachten Rolf Lodde als Vertreter des Pfarreirates und Thomas Kniesel als Vertreter des Kirchenvorstands zum Ausdruck. Sie dankten ganz besonders und persönlich den zuletzt in der Gemeinde tätigen Patres Hubertus, Marek und Hubert sowie den Anwesenden, die eigens zu der Abschiedsfeier gekommen waren.
Die Leiterin des Maria-Hatte-Stiftes dankte den Salvatorianern für ihren seelsorglichen Dienst an den alten und kranken Menschen und für die vielen hl. Messen, die sie mit ihnen in dem Altenzentrum gefeiert hätten.

 

Der Pfarrer der evangelischen Nachbargemeinde der Gnadenkirche, Arndt H. Menze, dankte besonders Pater Marek für seine persönliche Freundschaft, durch die in ihm das ökumenische Fundament habe wachsen können. Dies sei auf dem gemeinsamen Pfarrfest „Sing SEINEN Song“ deutlich geworden, ein gelungenes Fest am Gartencenter Schrieverhoff aus Anlass des 500-jähringen Reformationsjubiläums. 

 

Pfarrer Rau machte den Verlust der Gemeinde, dass das „Kloster weg ist“ bewusst, und dankte den Salvatorianer*innen für ihr fast 70-jähriges Wirken rund um das Kloster als Zentrum. Stadtdechant Hagemann stellte bewundernd heraus, dass in dem Kloster Frauen und Männer in einem Haus gelebt hätten, und bedankte sich für ihre Arbeit auf Stadtebene.

 

 

 

 

 

Pater Marek bedankte sich seinerseits bei der Gemeinde, mit der er fast die Hälfte seines Lebens verbracht habe. Er sei mit den Menschen hier gewachsen und durch sie bereichert und gestärkt worden. Sein Wunsch an die Gemeinde sei, dass sie mit Christus in der Mitte blühen möge.

 

 

 

 

Der Provinzial Pater Hubert brachte den Schmerz über die Schließung ihrer Niederlassungen zum Ausdruck; Münster sei bereits die fünfte. Aus der Gemeinde St. Gottfried seien vier Frauen und ein Mann in den Orden der Salvatorianer eingetreten, ein Zeichen, wie sehr die Ordemsgemeinschaft das Leben hier geprägt habe. Die Fahrt nach Münster sei dem von hier stammenden Pater Michael Obermann wie eine Fahrt zu einer Beerdigung vorgekommen. Der Provinzial rief beispielhaft die Namen Einzelner in Erinnerung, die hier gewirkt haben, so den verstorben Pater Josef Moers und die verstorbene Schwester Monika Otto. Auch wenn die Salvatorianer*innen nicht mehr hier seien, bleibe aber jeder Gottesdienst, jedes Gebet und jedes gespendete Sakrament. Er wünsche der Gemeinde St. Gottfried – St. Maximilian Kolbe Gottes Schutz, seine Kraft und seinen Segen.

 

Die Feier wurde unter der Leitung des Kirchenmusikers Benedikt Brenk durch eine Gruppe von Musiker*innen vokal und instrumental eindrucksvoll  gestaltet u. a. mit der „Fanfare St. Gottfried“ von Benedikt Brenk, dem Kyrie aus der „Missa Brevis in C“, dem Antwortgesang „Laudate Dominum“ von Robert James, dem „Halleluja-Ruf und Coda“ von Antonio Lotti, dem Lied zur Gabenbereitung „Herr mein Gott, ich danke Dir“ von Markus Pytlik, dem Segenslied „May the Road rise to meet you“ von James Moore und der „Trumpet Tune Es-Dur“ von Jeremiah Clarke.
Diese begeisternde musikalischen Leistung war zugleich die Abschiedsvorstellung des Benedikt Brenk, für die er und seine Musiker*innen viel Applaus erhielten.          –> mehr dazu

 

Der Zugang zu der Feier musste leider aus Gründen des Infektionsschutzes vor dem Coronavirus begrenzt werden. So ist die relativ schwache Besetzung der Sitzreihen sicherlich nicht mit mangelnden Interesse, sondern mit dem gebotenen 1,5 m Abstand zu erklären.

 

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