Die Gemeinden St. Gottfried, St. Maximilian Kolbe, St. Joseph, St. Antonius, St. Sebastian und Heilig Geist feierten am Fronleichnamsfest den Zusammenschluss

 

Am 11. Juni 2020, dem Tag des Fronleichnamsfestes,
feierten die Gemeinden St. Gottfried,  St. Maximilian Kolbe, St. Joseph, St. Antonius, St. Sebastian und Heilig Geist den Zusammenschluss zur neu gegründeten Pfarrei St. Joseph Münster-Süd. Der ursprüngliche Plan, am Fronleichnamsfest in Prozessionen aufeinander zuzugehen, musste aus Gründen des Infektionsschutzes vor dem Coronavirus aufgegeben werden. So waren die einzelnen Gemeinden an diesem Festtag eingeladen, jeweils in ihren Kirchen getrennt Eucharistie zu feiern.

 

 

 

 

 

 

 

 

Pfarrer Dr. Stefan Rau stand den Gottesdiensten um 9.30 Uhr in St. Gottfried und um 11 Uhr in St. Maximilian Kolbe vor. Konzelebranten waren neben Pater Marek Bednarski und Pater Hubert Vogel Pfarrer Dr. Hans-Werner Dierkes, der als Pastor demnächst seinen Arbeitsschwerpunkt in St. Gottfried und St. Maximilian Kolbe haben wird.

Bei den Feiern  war das Pastoralteam der neuen Pfarrei überwiegend weiblich vertreten. Die Begrüßung übernahmen in St. Gottfried Frau Dr. Susanne Kolter, in St. Maximilian Kolbe Frau Imke Sievers. Ihre Kolleginnen Frau Ute Kerpen und Frau Margarete Schylek verlasen jeweils die von Bischof Dr. Felix Genn unterzeichnete Errichtungsurkunde. So fiel dann – und das ist wunderbar – gleich am Geburtstag der neuen Pfarrei auf, dass die Pastoral in diesen Gemeinden weiblicher werden wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Zu Beginn der Gottesdienste zündete Stefan Rau eine Kerze mit dem neuen Logo der Pfarrei an. Eine gleichgestaltete „Fusionskerze“ wurde als Zeichen der Verbundenheit in allen Gottesdiensten der beteiligten Gemeinden angezündet. Dabei gab Stefan Rau zu Bedenken, dass diese Form der Feier heute vielleicht noch mehr der Realität einer großen Pfarrei entspreche als die eine große Feier für rund 21.000 Menschen.


 

Zum Fronleichnamsfest trug Hans-Werner Dierkes die Worte Jesu aus dem Evangelium nach Johannes vor: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. … (Joh 6,51 …)

 

 

 

 

Diese Worte griff Stefan Rau in seiner Predigt auf und schlug einen Bogen vom Brot, das aus vielen Körnern entstehe, zur Gemeinde, die durch das Zusammengehen von Menschen mit sehr verschieden Charismen und Begabungen entstehe.

 

 

 

Bei der Fusion zu einer Pfarrei gehe es nicht darum, die einzelnen Gemeinden „platt“ zu machen und sie „gleichzuschalten“. Die Pfarrei sei vielmehr Dach oder auch Grundlage der einzelnen Gemeinden, Einheit in Vielfalt – eine Pfarrei in vielen Gemeinden, Projekten und „Lebensorten des Glaubens“. Die Chance einer so großen Pfarrei bestehe darin, dass wir uns ergänzen könnten. So müsse nicht überall alles angeboten werden, es müssten nicht alle alles können, Spezialisierung und Profilierung sei erwünscht.
Das Gemeindeleben in St. Gottfried und St. Maximilan Kolbe, machte Stefan Rau deutlich, sei fast 70 Jahre lang durch die Salvatorianer geprägt worden sei. Die Patres im Kloster seien immer als Ansprechpartner da gewesen, jetzt gebe es das „Kloster“ nicht mehr. Dies bedeute eine große emotionale Veränderung und vielleicht auch Verunsicherung.

 

 

 

Zum Ende der Feier kamen die Pfarreiratsvorsitzenden zu Wort. Rolf Lodde machte darauf aufmerksam, dass die Pfarrgebietskarte durch ein großes Kreuz, ein Wege-Kreuz, gekennzeichnet sei, was deutlich mache, dass die Gemeinde auf dem Weg sei (Hammer Straße / Umgehungsstraße). Volker Tenbohlen wies besonders darauf hin, dass die Einrichtungen der Pfarrei für alle offen seien.

 

 

 


Stefan Rau entließ die Teilnehmenden mit der Aufforderung, die bereitstehenden kleinen „Fusionskerzen“ in Gläsern und Sommerblumen-Samenkörner in Tütchen mit der Aufschrift „es wächst, es blüht, es sei gesegnet“ mitzunehmen und weiterzugeben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

> Link zum Bericht der Pressestelle des Bistums Münster auf der Website des Bistums

 

 


In Erwartung der bevorstehen Fusionsfeier richtete Dr. Stefan Rau, leitender Pfarrer der alten wie der neuen Pfarrei St. Joseph Münster-Süd, folgende Worte an die Kirchengemeinden: 


Dreifaltigkeits-Sonntag 2020:


„Nur noch vier Tage – Fronleichnam fusionieren wir!“

Liebe Schwestern und Brüder in St. Gottfried und St. Joseph Münster-Süd,

am nächsten Donnerstag ist es soweit: Nachdem es schon seit 2013 im Strukturplan des Bistums steht und die Salvatorianer-Provinz vor 2 Jahren den Abzug aus Münster entschieden hat, fusionieren am Fronleichnamstag 2020 unsere beiden Kirchengemeinden zu der einen neuen Pfarrei „St. Joseph Münster-Süd“.

Was das bedeutet, kennen einige von uns bislang eher aus der Presse und vom Hörensagen, andere haben es schon ein- oder gar mehrmals erlebt. Entsprechend unterschiedlich sind Hoffnungen und Befürchtungen, Gelassenheit oder Sorge – und dann das Ganze auch noch unter Corona- Bedingungen! Das macht diese Fusion für mich persönlich tatsächlich schwierig: Geht es doch bei der Vorbereitung und am Tag der Fusion zu allererst um persönliches Begegnen, Zuhören, Ansehen, Kennenlernen, Vertrauen fassen … – und genau das wird durch Corona so erschwert.

So kann und wird es keinen gemeinsamen Fusionsgottesdienst geben:
Wir „feiern“ die Fusion in allen Kirchen unserer Pfarrei an Fronleichnam in den regulären Gottesdiensten. Dort werden wir jeweils mit einer Fusionskerze auf dem Altar und mit kleinen Kerzen (mit dem neuen Logo) und Samenkörnern, die Sie nach den Gottesdiensten mitnehmen können, auf die Fusion hinweisen und zum Gebet für unsere nun noch einmal größere Pfarreigemeinschaft einladen.

Mit den Gemeinden in St. Gottfried und St. Maximilian Kolbe werden wir als Vertreter*innen des Pastoralteams entsprechend die Gottesdienste um 9.30 und 11.00 Uhr feiern, auch das natürlich „in kleiner Besetzung“ unter Beachtung des dortigen Hygiene-Konzeptes und ohne anschließendes Fest.

In einem eigenen Gottesdienst werden dann die Salvatorianer am 27. Juni nach fast 70 Jahren in St. Gottfried von Bischof Felix aus dem Bistum Münster verabschiedet. Das bringt für diese Gemeinden und alle dort Engagierten und Mitarbeitenden große emotionale Veränderungen mit sich: „Das Kloster“ gibt es nicht mehr!

Wir haben uns mit den Pfarreiräten und Seelsorgeteams in den vergangenen zwei Jahren sehr bemüht, die vielen Ehrenamtlichen beider Pfarreien miteinander ins Gespräch zu bringen und bei Mitarbeiter*innen ggf. vorhandene Sorgen um den Arbeitsplatz abzubauen. Ebenso konnten die beiden Kirchenvorstände schon in guter Kooperation neue Perspektiven für die künftigen Gemeindebüros und die neuen Begegnungsorte mit den Seelsorger*innen entwickeln.

Das alles geschah in der festen Überzeugung, dass Fusion nicht bedeuten muss: plattmachen, gleichschalten, zentralisieren, anonymisieren. Es steht so in unseren Pastoralplänen und ist auch meine persönliche Überzeugung: Christlicher Glaube wächst und lebt in der Vielfalt – von Gemeinden und Gemeinschaften, an den vielen „Lebensorten des Glaubens“ – eben genauso, wie die Menschen in Münsters Südstadt leben: bunt, urban, jung, fragend, traditionell, kritisch, engagiert, betagt, anonym, ökumenisch, wohlhabend, bedürftig, multikulturell, gläubig, interessiert …
Und genau so vielfältig erlebe ich uns Christen, sammeln sich hier „im Süden“ rund 20 katholische Gemeinden deutscher und anderer Sprachen in Kirchen, Kindergärten, Schulen, Gemeindezentren, Klöstern, Kliniken, Altenheimen, treffen sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Gruppen und Projekten, sorgen wir uns um Alleinerziehende, Hartz-IV-Empfänger und Migranten, teilen wir Gottes Wort und empfangen Seinen Segen in Sakramenten, singen und sagen wir Ihm unser Fragen, Bitten und Danken.

Letzte Woche haben wir Pfingsten gefeiert, heute den Dreifaltigkeitssonntag – beides motiviert uns zum Leben von Einheit in Vielfalt:
Der eine Gott – in drei Personen, der eine Geist – in den vielen Begabungen und Lebenswegen, die eine Kirche – in den vielen Kulturen, und eben: die eine Pfarrei – in den vielen Gemeinden und Projekten!
So heißt Fusion für mich nicht katastrophale, alles eindampfende Kernschmelze, sondern Wachstum und Entfaltung von bunter Vielfalt aus dem einen Samenkorn des Evangeliums. Deshalb freue ich mich auf das Beten und Arbeiten, Planen und Feiern mit allen haupt- und ehrenamtlich Engagierten unter dem Dach der neuen Pfarrei
und grüße Sie ganz herzlich

Ihr Stefan Rau, Pfarrer

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