St. Gottfried und St. Joseph Münster-Süd fusionieren

 

Anlass der Fusion

Die Pfarrgemeinde St. Gottfried wird seit ihren Anfängen im Jahre 1953 von Patres der Societas Divini Salvatores (SDS – Gesellschaft des Göttlichen Heilandes) geleitet. Die Salvadorianer erhielten den Auftrag zur Betreuung der neu zu gründenden Gemeinde von dem damaligen Bischof von Münster, Dr. Michael Keller. Wie bereits im April 2017 in Aussicht gestellt, schließen sie im Jahre 2020 ihre Niederlassung in Münster geben damit die Leitung unserer Gemeinde ab.

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Nach den Plänen des Bistums Münster soll mit dem Weggang der Salvatorianer die Fusion der beiden Pfarreien St. Gottfried und St. Joseph Münster-Süd umgesetzt werden.
Das Generalvikariat des Bistums Münster, die Salvatorianer, die Gremien und Gruppen beider Pfarreien bereiten die Fusion vor und gestalten den Prozess des Zusammenwachsens. 

 

Termine

Die Fusion der beiden Pfarreien wird im am Donnerstag, den  11. Juni 2020 vollzogen.
Die Mitglieder der beiden Pfarreien gehen am Fronleichnamsfest in Prozessionen aufeinander zu und erleben in der neuen Gemeinschaft die Feier der Eucharistie. Dabei können sie Jesus Christus körperlich begegnen, mit Leib und Blut in der Gestalt von Brot und Wein.

Die Salvatorianer verabschieden sich am Samstag, den 27. Juni 2020.
Bischof Dr. Felix Genn nimmt an der Feier teil und wird den Dank des Bistums überbringen.

 

Auftakttreffen zum bevorstehenden Fusionsprozess

Am 14. Februar 2019 trafen sich interessierte Mitglieder der Pfarreien St. Gottfried und St. Joseph Münster-Süd mit Mitgliedern ihrer Kirchenvorstände und Pfarreiräte im Pfarrheim St. Gottfried zur Information und Beratung über den Prozess der bevorstehenden Fusion beider Pfarreien im Jahre 2020.
Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des gastgebenden Pfarreirats, Rolf Lodde, übernahm der leitende Pfarrer von St. Joseph Münster-Süd, Dr. Stefan Rau, das Wort. Er nahm Bezug auf seinen Beitrag im Pfarrbrief der Gemeinde St. Gottfried zu Weihnachten 2018, in dem er Folgendes ausführte:
„Eigentlich soll es das im Bistum Münster ja gar nicht mehr geben, aber wir sind eben etwas Besonderes: Für uns Katholiken in Münsters Südstadt gibt es noch einmal einen Fusionsprozess. Durch den angekündigten Abzug der Salvatorianer aus St. Gottfried tritt nun nämlich das ein, was schon 2013 für diesen Fall beschlossen worden war: die Fusion zur neuen Pfarrei St. Joseph Münster-Süd mit dann ca. 21.000 Katholik*innen – vom Ludgeri-Kreisel bis nach Hiltrup, vom alten Aasee bis zur Bahn.
Was heißt das – und was heißt das nicht?
In den bisherigen Fusionsprozessen haben wir gelernt, sehr genau zu unterscheiden: Es fusionieren zwei Pfarreien, zwei kirchliche Verwaltungseinheiten – aber wir lösen keine Gemeinden aus Menschen auf, es wird nichts Lebendiges „plattgemacht“, menschennahe Seelsorge wird nicht zum anonymen, virtuellen Verwaltungsakt.
Es gibt in unserer Kirche ein System von Bistümern und Pfarreien mit präzise umschriebenen Grenzen, bei denen es um Rechte und Pflichten geht: Menschen sollen verlässlich wissen, wohin und an wen sie sich wenden können, wenn sie ihr Kind taufen lassen oder heiraten wollen, jemand schwer krank oder gestorben ist, sie geistliche Begleitung suchen oder sich im Geist Jesu engagieren wollen. Pfarreien mit ihren vom Bischof gesendeten Seelsorger*innen und gewählten Gremien bilden also (im Idealfall) einen verlässlichen und förderlichen Rahmen, in dem sich geistliches Leben in Gemeinden, Gemeinschaften, Gruppen und Projekten „von unten“ entwickeln kann.
Denn nur so lässt sich für mich Kirche verstehen und beschreiben: Der Geist Jesu ruft und ergreift zu jeder Zeit, an jedem Ort, Menschen, Ihm zu folgen; diese finden sich gemäß Seinem Wort zu „zwei oder drei“, zehn oder zwanzig, hundert oder tausend … zu Gemeinden und Gemeinschaften zusammen, bilden so Kirche. Sie hören Gottes Wort, feiern ihn, sind im Sprechen und Handeln Sauerteig des Evangeliums in ihrer Umgebung.  Ich habe das an einem Bistumsprojekt mit den Kitas tiefer verstehen gelernt: Unsere Kindergärten können „Lebensorte des Glaubens“ sein. Diese Qualifizierung kann ich in unseren Kirchen, aber auch in Schulen, Altenheimen, Sozialbüros, Büchereien und Pfarrheimen erkennen, im übertragenen Sinne aber auch in Gruppen und Verbänden, Projekten und Initiativen.
So entdecke ich im Gebiet unserer jetzigen Pfarrei konkrete „Gemeinden“ von den vier Kitas bis zur Marienschule, von der Friedrichsburg bis zur polnischen, spanischen und tamilischen Mission, von der Quergemeinde bis zur Laudesgemeinde am Mittwochmorgen.  Und wenn wir es noch etwas weiter fassen, kommen wir von den Teams des fairen Handels bis zur KJG, von den Partnerschaftskreisen bis zum Kleiderkammerteam, von den Lektor*innen bis zu unseren Chören … – überall kommen Menschen (mehr oder weniger ausdrücklich) vom Geist Jesu inspiriert zusammen und teilen solidarisch ein Stück Leben in Seinem Namen.
Das alles und noch viel mehr sind Zeichen einer lebendigen Kirche, darf bei einer Fusion nicht „plattgemacht“ werden. Solche neuen Aufbrüche und guten Traditionen lebendigen Glaubens hat die Kirche in ihren Institutionen und Einrichtungen zu schützen und zu fördern, so versuchen wir es als Pfarreirat, Kirchenvorstand und Pastoralteam dieser Pfarrei. Dabei dürfen und müssen wir natürlich auch immer wieder fragen: Was hat Zukunft, was dient wirklich dem Evangelium? Wieviel Kraft (und auch Geld) investieren wir wo hinein? Denn natürlich sehen wir täglich Dinge ein, die wir auch noch und verstärkt machen könnten und müssten – aber welche Schwer- und – viel schwieriger! – welche Leichtpunkte setzen wir?
Nach ersten, sehr freundlichen Begegnungen haben die Pfarreiräte, Kirchenvorstände und Pastoralteams unserer Pfarreien eine Steuerungsgruppe gebildet. Sie wird bis 2020 Gespräche und Begegnungen auf den verschiedensten Ebenen motivieren und moderieren. Ich freue mich auf diesen gemeinsamen Weg in die Zukunft mit Ihnen!“
Auf Nachfrage erleuterte Pfarrer Rau, die Fusion werde auf rein technischer, juristischer Ebene in der Weise vollzogen, dass im Jahre 2020 beide Pfarreien aufgelöst werden und dann aus beiden Pfarreien die neue Pfarrei „St. Joseph Münster-Süd“ gebildet werde.
Zuletzt konnte Pfarrer Rau aus der Bistumsleitung noch die freudige Nachricht überbringen, dass in der Pfarrei St. Joseph Münster-Süd eine zusätzliche Pastorenstelle eingerichtet werde, sodass es auch im Bereich St. Gottfried eine feste Bezugsperson für eine menschennahe Seelsorge gebe.
Den zweiten Teil der Auftaktveranstaltung hatte die „Steuerungsgruppe Fusion“, zu der Ute Dechant, Ursula Dreskornfeld, Antonius Gartmann, Ute Kerpen, Rolf Lodde, Marcus Schäfer, Volker Tenbohlen gehören, vorbereitet:
In Gruppenarbeit ging es darum, um was wir uns kümmern und was wir erarbeiten wollen? Dies in folgenden Bereichen:
Kinder, Erstkommunion/Familien, Jugend, Firmung, Erwachsene, Senioren, Caritas, Kultur/Bildung, Ökumene, Liturgie/Gottesdienste, Öffentlichkeitsarbeit, KV-Immobilien, KV-Haushalt/Personal, Sonstiges/Öko-Fair-Arbeitsgruppe.
Inhaltlich und atmosphärisch war das Auftakttreffen ein gelungener Beginn der bevorstehenden Fusionsarbeit.