Die Feier der Eucharistie


Jesus Christus ist auferstanden – er lebt.


Wir können ihm begegnen,
in der Feier der Eucharistie
sogar körperlich – mit Leib und Blut –
in der Gestalt von Brot und Wein.

Herr, lass uns Deine Nähe spüren.

 

 

Die Wandlung von Brot und Wein
in den Leib und das Blut Jesu Christi können wir uns durch einen Vergleich verdeutlichen:
Auch ein Blumenstrauß wandelt sich – von innen betrachtet –, wenn wir ihn verschenken. In dem Moment, in dem wir den Blumenstrauß übergeben, ist er nicht mehr derselbe, den wir vorher noch im Blumenladen stehen sahen und gekauft haben. Als Geschenk verändert er sich – nicht äußerlich, aber innerlich –, denn noch Tage nach unserem Besuch wird der Beschenkte uns sehen, sobald sein Blick auf den Blumenstrauß fällt.
So verkörpert der Blumenstrauß uns als Schenkende und lässt uns in der Wohnung des Beschenkten gegenwärtig bleiben.

 

Was ist ein Sakrament?

Der brasilianische Professor für systematische Theologie, Leonardo Boff, hat sich umfassend mit den Sakramenten befasst.
Wer mehr über Sakramente erfahren will, dem sei seine „Kleine Sakramentenlehre“, empfohlen, erschienen im Patmosverlag. Leonardo Boff unterscheidet darin anschaulich zwischen profanen und sakralen Sakramenten, zwischen der äußeren und der inneren Sicht auf die Dinge.

Unter der Überschrift „Was ist ein Sakrament?“ schreibt er:

„Heutzutage wissen viele Menschen nicht mehr, was ein Sakrament ist. Die Alten dagegen wussten es genau. Auch ich habe lange dazu gebraucht, das zu verstehen …“
„Ich begann, die Landschaft der Dinge in Augenschein zu nehmen, die schon immer vor meiner Nase lagen. Jeder Tag steckt voller Sakramente. In den Tiefenschichten des Alltäglichen gedeihen lebendige, erlebte und wirkliche Sakramente. Sakramente sind der Trinkbecher in unserer Familie, Mutters Polenta, der letzte Stummel einer Strohzigarette, den Vater hinterließ und den ich liebevoll aufbewahre, der alte Arbeitstisch, eine dicke Weihnachtskerze, die Blumenvase auf dem Tisch, ein Stück des Gebirgszuges, der alte steinige Weg, das alte elterliche Haus …
All diese Dinge sind nicht einfach mehr Sachen. Menschen sind sie geworden. Sie sprechen zu uns, und wir sind in der Lage, ihre Stimmen und ihre Botschaft zu vernehmen. Sie besitzen Innenleben und Herz, Sakramente sind sie geworden. Mit anderen Worten: sie sind Zeichen, die eine andere von ihnen zu unterscheidende, in ihnen aber präsente Wirklichkeit enthalten, darstellen, an sie erinnern, sie sichtbar machen und vermitteln.
Moderne Menschen leben zwar umgeben von Sakramenten, verfügen aber nicht über den offenen und entsprechend geschärften Blick, der notwendig ist, um sie reflektiert wahrzunehmen. Dinge werden als Dinge gesehen, das heißt: nur von außen betrachtet. Wer sie aber von innen her anschaut, entdeckt eine Spalte, durch die ein höheres Licht in sie hineinfällt. Das Licht beleuchtet die Dinge, macht sie transparent und durchsichtig.“ …

 

Bild 1: Friedbert Simon, Quelle: Pfarrbriefservice.de
Bild 2: Fotograf unbekannt, Quelle: Pixabay